Areni Agbabian

Bloom_web

Areni Agbabian   voice, piano

Nicolas Stocker   percussion

„Intensely focused, moving toward some kind of hidden truth“

The New York Times

International bekannt wurde Areni Agbabian vor allem durch ihre 2009 begonnene, sechs Jahre währende Zusammenarbeit mit Tigran Hamasyan. In dieser Zeit verzierte ihre glockenklare Stimme unter anderem das Quintett des gefeierten Jazz-Pianisten. An zwei Albumproduktionen der Band war Agbabian ebenso beteiligt wie an Hamasyans CD Shadow Theater. Darüber hinaus ging sie mit ihm in verschiedenen Formationen auf Tournee. Geboren und aufgewachsen in einer armenischen Familie in Los Angeles, lernte Areni Agbabian als Kind traditionelle Lieder aus der Heimat ihrer Eltern und begann als Siebenjährige mit klassischem Klavier. Später sang sie in Chören, danach bewegte sie sich einige Jahre in der New Yorker Improvisationsszene und beteiligte sich u.a. an Michael Gordons (Bang On A Can) Oper What To Wear

2014 fand das selbst produzierte Solo-Debüt Kissy(bag) der Vokalistin, Pianistin und Komponistin viel Beachtung. Ben Ratliff sah in der New York Times Parallelen zu Annette Peacock und prophezeite, Agbabians nächstes Album könnte bei ECM erscheinen. Ende April 2019 wurde Bloom tatsächlich vom Münchener Renommier-Label veröffentlicht. Als Instrumental-Partner für die Einspielung wählte Agbabian den sensiblen und variablen Züricher Perkussionisten Nicolas Stocker, der seit 2013 Mitglied von Nik Bärtsch’s Mobile ist. Darüber hinaus arbeitet(e) Stocker mit vielen Schweizer Jazzern, Shara Worden (My Brightest Diamond), Sarah Neufeld (Arcade Fire), dem Filmregisseur Thomas Imbach (Musik für Glaubenberg) sowie am Theater Gessnerallee, Zürich Opernhaus Ballett und den Stadttheatern Basel und Bonn. 

Areni Agbabians poetische und nuancierte Musik entwickelt eine Suggestionskraft, die „ihre Hörer*innen in andere Welten zu entführen vermag.“ (Jazzthetik). Sorgfältig ausbalanciert sind die Verhältnisse von Klavier, Gesang und Perkussion, von zarten instrumentalen Soli und offenen Momenten bis zu melodischen, Song-ähnlichen Passagen. Subtile bis strahlende Aufschwünge der warm timbrierten Stimme sorgen für Intensität und Dynamik, viele Stücke rufen eine meditative Stimmung oder spirituelle Atmosphäre hervor. Darüber hinaus kreiert das versierte Duo ohne Elektronik eine große Palette an Klangfarben. Agbabian weiß den Flügel in Richtung abstrakter oder perkussiver Ästhetik zu präparieren, Stocker erweitert(e) sein Schlagzeug um Glocken und Gongs und (auf Anregung der Pianistin) um tibetanische Klangschalen.     

In der Jazzthetik begeisterte sich Verena Düren: „Einzigartig ist das richtige Wort für Bloom, mit seiner großen Ruhe, dem Eintauchen in eine faszinierende musikalische Kultur und der Stimme Areni Agbabians, die manchmal wirkt wie nicht von dieser Welt.“ Ähnlich gefesselt stellte Christiane Böhnke-Geisse, ehemals Programmchefin des Münchener Clubs Unterfahrt, in ihrer Jazzsendung in Radio Lora fest: „es ist ein Phänomen, wie es den beiden Musikern gelingt, eine derart dichte Atmosphäre zu schaffen, die gleichzeitig diese enorme Weite lässt.“ Das Magazin Downbeat zeichnete Bloom mit vier Sternen aus: „Breathing deeply, her vocal emphasizes sharp timing to convey a quiet minimalist power. […] Stocker’s percussion and her own singular piano notes seem to choreograph a ritualistic counternarrative.“ Und Popmatters.com sekundierte: „Her sincere spirituality and a lifetime surrounded by opera, choir, and folk music from Armenia and Bulgaria mix perfectly.“

Areni vermag mit ihrer Stimme und mit ihrer Musik in hohem Maße zu berühren und zu bereichern und schafft es ihrer Hörer in andere Welten zu entführen, auf seltene Art und Weise. Dieser Eindruck hallt nach.