Benedikt Jahnel Trio

Benedikt Jahnel Trio

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BENEDIKT JAHNEL    piano

OWEN HOWARD (CA)   drums

ANTONIO MIGUEL (ES)   double bass

„Das  Kraftzentrum:

Konzentration auf Harmonie und Melodie.

Eine Punktlandung“

Oliver van Essenberg

Fränkischer Tag

Vielseitig und gleichzeitig äusserst konsequent: der in Berlin lebende Pianist Benedikt Jahnel ist dies alles in Person. Anders ist die beeindruckende musikalische Entwicklung des 35-Jähringen nicht zu erklären.

Sein Debut-Album “Modular Concepts” (material records, 2008) hat einen Sturm begeisterter Presse entfacht. Die Kompositionen reflektieren dabei Eindrücke aus seinem zweijährigen Aufenthalt in New York. Als Mitspieler hat Benedikt gleich zu Beginn zwei äußerst gefragte Musiker der New Yorker Szene zu sich gebeten: den spanischen Bassisten Antonio Miguel und den kanadischen Schlagzeuger Owen Howard. Heraus kam erfrischend individuelle Musik zum Wohlfühlen, durchdrungen von starkem Formbewusstsein.

2012 dann „Equilibrium“, diesmal veröffentlicht vom renommierten Münchner Label ECM. Die von Manfred Eicher persönlich in Lugano produzierte CD schaffte die Synthese zwischen der vielgelobten Energie und Intelligenz des Trios sowie der berühmten Atmosphäre und Brillianz einer ECM Aufnahme. Der deutsch-spanisch-amerikanischen Formation war mit diesem Album einer der Überraschungsfolge der Jazzsaison 2012/2013 gelungen. Dazu hatten nicht nur durchwegs ausgezeichnete Kritiken, sondern auch ausgedehnte Konzertaktivitäten beigetragen, die die Gruppe quer durch Europa sowie in die USA und Kanada führten.

Letztes Jahr hat das Benedikt Jahnel Trio im Rainbow Studio in Oslo das neue Album „The Invariant“ eingespielt, welches im Januar 2017 veröffentlicht wurde, wieder bei ECM.
Die letzten Jahre im Leben von Benedikt Jahnel waren geprägt von Veränderung: einen Doktor in Mathematik, die Geburt zweier Söhne, Konzertreisen in alle Welt und den Job als Mathematiker am Weierstrass-Institut. In diesen Zeiten des Umbruchs war sein Trio eine unveränderliche Konstante, eine Invariante.

Das Trio zeigt sich nun im Jahr seines 10-jährigen Bestehens mit „The Invariant“ von einer neuen Seite: brilliant virtuos die Klavierparts, der Bass wuchtig bis filigran, elektrisierend das pulsierende Schlagzeug – dabei wirkt alles wie aus einem Guss und zu keinem Zeitpunkt auf Effekt aus. Eine Reihe von neuen Einflüssen, Klängen und Ideen, die es vom Benedikt Jahnel Trio noch nie zu hören gab, halten Einzug auf der neuen CD: auf einigen Stücken Swing, „wir spielen teilweise sehr Groove-betont.“ Vor allem aber hat sich das Gravitationszentrum im Sound der Band verschoben: „Es ist diesmal sicherlich eine Piano-CD geworden. Der Flügel steht unangefochten im Zentrum.“

Das Trio hat dabei wie vorher auch seine ganz eigene Sprache:  ausgeklügelte Rhythmen, eingängige Melodiebögen, zurückgenommene Grooves, kreisende Sequenzen, inspiriert von Minimal Music – und darüber steht die Form, die bei Jahnels’ Kompositionen näher dran an klassischen Werken ist als an typischen Jazzsheets. Auf der dritten CD des Trios werden acht neue Stücke präsentiert, bei denen die dem Trio ureigene ausgefeilte Balance zwischen auskomponierten und frei improvisierten Teilen mit entspannter Lässigkeit zelebriert wird.

Mit „The Invariant“ gelingt der Formation die große Kunst, sich völlig bruchlos von den beiden Vorgängern abzuheben. Kompakt das Zusammenspiel, stilistisch einzigartig – strahlend kreativer Jazz.

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Benedikt-Jahnel-Trio

Antonio Miguel stammt aus Spanien und hat sich bereits nach kurzer Zeit in New York einen großartigen Namen als Begleiter und Solist gemacht. Sein Sound hat eine unglaubliche Mischung aus Weichheit und Prägnanz, aus Rhythmik und Lyrik. Die Verbindung zu Benedikt entstand durch zahlreiche gemeinsame Sessions mit Freunden in New York und Antonios Studium am City College in Harlem. Mittlerweile lebt Antonio wieder in Madrid.

Benedikt Jahnels musikalische Ausbildung begann im Süden von München mit klassischem Klavierunterricht. Es folgten sechs Jahre im Landes- und BuJazzO, Studium an der Universität der Künste Berlin und am City College New York. Außer mit seinem eigenen Trio ist er auch als Pianist des Quartetts „Cyminology“ erfolgreich.

Jahnel lebt mit seiner Familie in Berlin, arbeitet als promovierter Mathematiker am Weierstrass-Institut und forscht dort auf dem Gebiet der statistischen Mechanik und der stochastischen Geometrie.

Der kanadische Drummer Owen Howard, Mitstreiter von Musikern wie John Abercrombie, Dave Liebman, Sheila Jordan und Dave Holland, lebt seit über 25 Jahren in New York. Die Freundschaft zwischen Owen und Benedikt geht zurück auf eine Begegnung an der Berliner Universität der Künste. Owens einzigartiger Sound und sein individuelles Time-Konzept machen ihn zu einem der interessantesten Drummer seiner Generation.

… es ist die traumwandlerisch sichere und nahezu perfekt abgestimmte Spielweise, die dieses Trio besonders auszeichnet. Stilistisch nicht festgelegt und stets zu Genre-, Tempi- und Metrenwechseln bereit, überzeugen Jahnel und Kollegen mit beeindruckender musikalischer Kongruenz. (…) Beginnend mit Leichtigkeit, verwandelt der preisgekrönte Pianist sein Werk in verschiedenen Phasen in immer neue, unterschiedliche Stile. Nur um nach ausgedehnten Improvisationen aller Instrumente schließlich in einem Latin-Ostinato zu schließen. Dass dieses Trio sich als beeindruckend präziser und doch stets neu formierender Klangkörper präsentiert, trägt zu seiner musikalischen Homogenität noch bei. Sein hervorragender Ruf war dem Benedikt Jahnel Trio offenbar vorausgeeilt: man hätte das Konzert auch auf eine größere Bühne verlegen können.

MANNHEIMER MORGEN ÜBER EIN KONZERT IM RAHMEN DES ENJOY JAZZ FESTIVALS

Ausgesprochen munter und beherzt greift Benedikt Jahnel zum Auftakt in die Tasten. Der Opener (…) sprudelt hervor wie ein Gebirgsquell. Wie ein Schatten folgt ihm der spanische Bassist Antonio Miguel auf Schritt und Tritt, während der kanadische Drummer Owen Howard mit zwei Stahlbesen dezent die Gangart vorgibt. Ihre Kletterpartie hat Atem und Geist, anmutigen Bewegungsablauf, und eine nie ins Sentimentale entgleisende Poesie charakterisiert den Diskurs. (…) Dieser exquisite Chamber-Jazz ist ganz auf der Höhe seiner Zeit, intelligent konstruiert und von Vitalität erfüllt.

STEREO 01/17 über THE INVARIANT

 

Like an archaeologist, the Trio moves clods of earth before working methodically at the details with brushes and breath, leaving only the value of every sonic relic to shine as it once did before it was buried. Without question, among ECM´s Top 5 releases of 2012.

TYRAN GRILLO, ECMREVIES.COM, 10/2012

Phasenübergänge (…) beherrscht er mit seinem Benedikt Jahnel Trio meisterhaft: Wo enden auf seinem exzellenten ECM-Debüt „Equilibrium“ die Kompositionen, wo beginnt die Improvisation? Der Aggregatzustand dieser Musik: fließend!

STERN, 10/2012, FÜNF VON FÜNF STERNEN

 

Was für eine Schatzkiste an prächtiger Musik wird auf diesem Album geöffnet! EQUILIBRIUM bietet in 7 Kompositionen einen faszinierenden Überblick über die Klasse dieses Trios und mag mit Recht einer der Jazzhöhepunkte des Jahres genannt werden.

DIRK HOVENGA, WRITTEN IN MUSIC