Eric Schaefer

Kyoto Mon Amour

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KAZUTOKI UMEZU    clarinet & bass clarinet

NAOKO KIKUCHI   koto

JOHN ECKHARDT   bass

ERIC SCHAEFER   drums

Kyoto-Berlin und zurück

Das „heimliche Zentralgestirn in der […] deutschen Jazzszene“ (DIE ZEIT), Eric Schaefer „hebt die Jazzwelt [abermals] aus so manchen Angeln“ (Süddeutsche Zeitung): Mit „Kyoto mon Amour“ wagt der Schlagzeuger und Komponist den Brückenschlag zwischen westlicher und japanischer Musik.

„Die Musik, Philosophie, Religion und Kultur Asiens faszinieren mich schon lange“, erzählt Schaefer. Innerhalb der letzten 14 Jahre besuchte er dreimal Korea und weilte sechsmal in Japan. „Asien ist mein Sehnsuchtsort und hat mein Leben geprägt.“ So praktiziert er Zen, diesen „weglosen Weg“, in der Meditation die (eigene) Natur zu schauen. „Auch wenn ich nicht sagen kann, dass der Zen meine Musik direkt beeinflussen würde, so hat sich doch meine Lebensqualität erhöht. Das Bewusstsein, die Haltung hat sich verändert… wie mit der Natur und den Menschen geht man auch mit der Musik bewusster und feiner um.“

Davon zeugt auch „Kyoto mon Amour“. Der Grundstein zu diesem Projekt wurde 2012 bei einem dreimonatigen Studienaufenthalt Schaefers in der alten Kaiserstadt Kyoto gelegt. Intensiv studierte er Kabuki- und No-Theater, hörte die alte höfische Gagaku-Musik, machte sich mit traditionellen Instrumenten wie Shakuhachi- Flöte, Shamisen- oder Biwa-Laute vertraut, besuchte Tempel und wanderte in die umliegenden Berge wie den Hiei-zan mit ihrem samtenen Moos und roten Ahornkronen. Eindrücke, die sich in Klangideen und Kompositionen niederschlugen. Weitere Reisen vertieften die Erfahrungen mit neuen Begegnungen wie dem Shodo-Künstler Shoshu, dessen Kalligraphien jetzt das Album passend schmücken. „Mich hat das Thema nicht mehr losgelassen“, berichtet Schaefer.
Was schließlich noch fehlte, waren die richtigen Begleiter…

 

Wie Schaefer sie fand, kann er am besten selbst beschreiben: „Als ich Kazutoki Umezu in einer Radiosendung mit seiner Klarinette hörte, wusste ich, dass dies der Klang war, den ich suchte: weich, biegsam wie Bambus und dennoch durchdringend klar. Unbedingt wollte ich Naoki Kikuchi dabei haben, denn sie ist zum einen tief verwurzelt in der japanischen Koto-Tradition, zum anderen zog sie vor acht Jahren nach Deutschland, um beim Ensemble Modern zeitgenössische europäische Kunstmusik zu spielen.
Auch John Eckhardt ist in der Neuen Musik zu Hause, mit dem ich schon seit Jahren zusammen in meiner Band The Shredz spiele. Durch sein erdverbundenes und farbenreiches Spiel verschmelzen die Elemente aus Kammermusik, traditioneller Musik und Jazz. Die musikalische Offenheit und das Interesse an der jeweils anderen Kultur ist das Spannende an dieser Band.“

 

So erklingt auf „Kyoto mon Amour“ Musik, die von japanischen wie europäischen Blickwinkeln aus improvisiert wird, und doch etwas ganz Neues ergibt: Etwa, wenn bei „Shoshu-san“ wie in der Kalligraphie alles auf das Wesentliche reduziert wird, sich alle Farben und Rhythmen der Schönheit der Melodie unterordnen. Oder beim 400 Jahre alten „Rokudan“ von Yatsuhashi Kengyo, dem „Johann Sebastian Bach der Koto-Musik“, wie Schaefer sagt. Der Fluss der Koto wird hier von einer Klarinettenmelodie kontrapunktiert und schließlich langsam von Schaefer und Eckhardt mit Dynamik und Swing aufgeladen. Eine Art Schlüsselstück ist der ruhig dahinschreitende, sich aber auf alle möglichen Seitenpfade einlassende „Santoka’s Walk“, der Schaefers künstlerisches Leitmotiv, das von einem Sinnspruch des Zen- Mönchs Santoka Taneda inspiriert ist, mit Leben füllt: „Auf Reisen dies und jenes berühren, die wandelnden Eindrücke des Geistes aufzeichnen.“
Doch nicht nur ruhige, lyrische Stücke finden sich auf diesem west-fernöstlichen Diwan. Auf „Ticket To Osaka“ etwa fängt Schaefer das pulsierende Getriebe der Großstädte ein. Bei „Kansai Two-Face“ trifft eine nostalgische Koto-Melodie auf die sprudelnd vorwärtsstürmenden, von der Rhythmusgruppe angetriebenen Improvisationen der Klarinette – ein Spiegelbild der auf engstem Raum versammelten Gegensätze der japanischen Gegenwart zwischen Tradition und Avantgarde, zwischen Schlichtheit und Reichtum.
Nur auf den ersten Blick überraschend endet „Kyoto mon Amour“ mit Ravels „Pavane de la Belle au bois dormant“:

 

„Gerade bei den Impressionisten, in der bildenden Kunst wie in der Musik, herrschte um 1900 eine Art Japan-Begeisterung.“ Eine Offenheit, die schon damals unvergängliche Musik entstehen ließ.
Auf faszinierende, moderne Weise schließen Eric Schaefer und sein Quartett daran an.
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Eric Schaefer ist kein 0815 Schlagzeuger, keiner der im Hintergrund nur den Groove hält oder stupide mit den Besen rührt. Das ist ihm zu wenig. Sein Instrument ist gestaltbildendes Element. Schaefer ist vielmehr Schaffender, Aktiver und Kreativer. Damit ist er eines „der heimlichen Zentralgestirne in der […] deutschen Jazzszene“ wie Die Zeit schreibt. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnet ihn als „Großstadtmusiker, der die Jazzwelt aus manchen Angeln hebt.“
Geboren 1976 in Frankfurt, ausgebildet in Köln und Berlin, ist Schaefer vor allem als Teil des vielfach preisgekrönten Michael Wollny Trios bekannt, aber auch mit seiner eigenen Band „The Shredz“.
Die Musik, Philosophie, Religion und Kultur Asiens, speziell Japans, fasziniert Eric Schaefer schon lange. Auf zahlreiche Studienreisen im fernen Osten blickt er zurück. Nun wurde diese Liebe erstmals auf Tonträger verewigt. Mit „Kyoto Mon Amour“ wagt er, begleitet von asiatischen Musikern, den Brückenschlag zwischen westlicher und japanischer Musik.
Von Hardcore-Punk bis Milles Davis, von Weltmusik bis Richard Wagner – all das ist bei Eric Schaefer kein Wiederspruch. „Musiker wie […] Eric Schaefer […] führen die Improvisation als Rückgrat ihrer Musik mit kompromissloser Vitalität in völlig verschiedene Richtungen wie freie Improvisationen und klassische Komposition, Punk und vielfältige Folklore, neue Musik oder Minimal Music, Pop und Elektronik“, schreibt die Neue Züricher Zeitung über den vielschichten wie tiefgründigen Schlagzeuger. In welcher Konstellation auch immer: Schaefer prägt diese Bands mit seiner persönlichen Handschrift, seinen Kompositionen und seinem wandlungsfähigen, extrem farbenreichen und markant-eigenwilligen Spiel. Etwa 50 veröffentlichte Tonträger als Bandleader, Komponist und Sideman hat er bereits auf seinem Konto. Gäbe es einen Nobel-Preis für Schlagzeug, wäre Eric Schaefer laut Rolling Stone ein ganz heißer Kandidat dafür.

Da zauberte Eric Schaefer, das intellektuelle Kompositions-Genie am Schlagzeug.

WAZ Sven Thielmann

Ob im anspruchsvollen Mainstream, Rockjazz, in experimentellen Formen frei improvisierter Musik, Eric Schaefer ist mit seiner enormen Vielseitigkeit in den verschiedensten Stilrichtungen auf der Höhe der Zeit.

   Reinhard Kager / SWR

 

Ein nobelpreis-verdächtiger Klangforscher namens Eric Schaefer am Schlagzeug.

Klaus von Seckendorff/ Rolling Stone

Er ist einer, der munter an den Ausdrucksgewohnheiten der Avantgarde sägt, sie zerlegt und mit lakonischem Ernst wieder neu zusammensetzt.

   Ralph Dombrowski

Schaefer springt tatsächlich wie im Cut’n’Paste-Verfahren durch dermassen abgefahrenen Grooves, dass aufgeweckte Breakbeat-Haie besser schon mal die Sampler scharf machen..

    Eric Mandel, JAZZTHETIK