Eva Klesse Quartett

Eva Klesse Quartett

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EVGENY RING  saxophone

PHILIP FRISCHKORN  piano

ROBERT LUCACIU   double bass

EVA KLESSE   drums

PREISTRÄGER DES

ECHO JAZZ 2015

(NEWCOMER DES JAHRES)

PREISTRÄGERIN DES 

WESTFALEN JAZZPREISES 2017

Als das Eva Klesse Quartett sein 2014 erschienenes Debütalbum „Xenon“ einspielte, war alles noch sehr frisch. Erst ein halbes Jahr zuvor hatten sich Klesse, Ring, Frischkorn und Lucaciu in Leipzig gefunden, seitdem gerade mal eine Handvoll Konzerte zusammen gespielt. Gleichwohl zeigte die Band bereits damals eine bemerkenswerte Stilvielfalt und starken Gestaltungswillen. Essentielle Merkmale waren und sind: atmosphärische Eigenkompositionen statt Covern, ein Gespür für interessante Melodien, Freude am Improvisieren sowie nuancierte, rein akustische Arrangements.

2015 wurde die Band dafür mit dem Jazz-ECHO als Newcomer des Jahres ausgezeichnet. Seit der Veröffentlichung von Xenon spielte das Kleeblatt u.a. auf der Hauptbühne des Jazzfests Berlin, bei den Jazztagen Dortmund und Leipzig, in den Rolf-Liebermann-Studios des NDR und beim Bayerischen Jazzweekend; mit Unterstützung des Goethe-Instituts waren sie in Santiago de Chile (Festival ChilEuropa), Concepcion und Valparaiso zu Gast.

Auf dem im Oktober 2016 bei Enja Records erschienenen Album „Obenland“ ist der charakteristische Sound des Eva Klesse Quartetts nun durchgängig präsent. Alle Stücke wurden diesmal eigens für das Album komponiert und sind auf die vier Persönlichkeiten zugeschnitten. Für die Band brachte das eine größere Geschlossenheit und gleichzeitig neue Möglichkeiten zur Öffnung in unterschiedliche Richtungen. Entsprechend changiert die Ästhetik nun von detailscharfem Kammerjazz mit variablen Klangfarben bis zu energischen Spitzen. Die dynamische Spanne ist größer denn je, Transparenz und Verdichtung halten sich insgesamt die Waage, wobei letztere stets so gekonnt passiert, dass der Hörer auch in weiten Bögen die Orientierung behält. In ihrem dynamischen Zusammenspiel, selbst bei noch häufigeren freien Passagen, lassen Klesse & Co. ihren Emotionen exakt soviel Lauf, dass Soli Intensität statt egozentrischer Entrückung vermitteln. Eine dermaßen subtile Balance zeugt von Reife.

Angesprochen auf den geheimnisvollen Albumnamen holt Eva Klesse etwas weiter aus und erzählt, wie sie sich als Kind manchmal auf den Dachboden zurückzog, den sie Obenland nannte. „Heute ist es der Phantasieort, in dem wir uns beim Spielen bewegen. Hier können wir frei sein und unsere Kreativität ausleben. Manchmal scheint es mir, wie wenn ein Mönch zur Meditation geht. Obenland ist ein ‚mindset‘, ein Raum für Ruhe und Zeit, sich auf etwas einzulassen.“

„Xenon war in gewisser Weise von weiter weg ‚fotografiert’“, schaut Eva Klesse zurück und stellt nun zufrieden fest, „Obenland fokussiert viel stärker, kommt näher an uns heran.“ Das ebenso lebendige wie konzentrierte neue Album bestätigt, was die London Jazz News schon vor einer Weile konstatierte: „A rising star on the German jazz scene.“

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Evgeny Ring wurde 1987 in Rostow am Don (Russland) geboren. Im Alter von 7 Jahren begann er seine musikalische Ausbildung am Saxophon in der Kim Nazaretow-Kinder-Jazzschule und spielte dort auch in der Children’s Bigband unter der Leitung von Andrey Machnew. Im Oktober 2007 zog Evgeny nach Leipzig, wo er Saxophon an der Hochschule für Musik und Theater studierte. Hier erhielt er Unterricht bei Uwe Plath, Johannes Enders, Richie Beirach und anderen. Im Laufe der Jahre hat Evgeny in verschiedenen Projekten mitgewirkt (z.B. Evgeny Ring Quartet, East West European Jazz Orchestra, Big Jazz Thing, Spielvereinigung Sued, Eva Klesse Quartett). Des Weiteren hat Evgeny an vielen Wettbewerben erfolgreich teilgenommen, so gewann er unter anderem den Russischen Jazz Award 2007. Mit seinem Quartett gewann Evgeny Preise beim „Internationalen Jazzpreis Burghausen“ und beim „Jazzwettbewerb Hoeilaart Belgien“.

Philip Frischkorn, geboren 1989 in München, begann mit 6 Jahren Klavier zu spielen.

Durch seine Brüder, die beide Streichinstrumente spielen, kam er früh in Kontakt mit klassischer Kammermusik. Als Begleiter nahm er an verschieden „Jugend Musiziert“ Wettbewerben teil. Mit Jazz beschäftigte er sich zunächst autodidaktisch. Nach seinem Wechsel auf das musisch geprägte Pestalozzi Gymnasium in München hatte er sowohl Jazzklavier-, als auch Theorie- und Arrangementunterricht.

In dieser Zeit fing er verstärkt an zu komponieren und zu arrangieren. 2009 begann Philip ein Philosophiestudium in Berlin.

Dort hatte er Jazzklavierunterricht bei Larry Porter. Von 2010 bis 2014 studiert er in der Klasse von Prof. Richie Beirach Jazzklavier an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Bei Prof. Michael Wollny hat er seinen Master gemacht. 2014 hat er mit der Band Trio.Diktion den Leipziger Jazznachwuchspreis gewonnen.

Robert Lucaciu kommt aus einem deutsch-rumänischen Musikerhaushalt und ist besonders mit klassischer Musik sozialisiert.

Die Ausbildung am Violoncello, das frühe Singen in Chören und das viele Hören von Kammermusik, sakraler Chormusik und Volksliedern prägte sein musikalisches Profil. In Abgrenzung zu seinem Elternhaus hat er seine eigene Musiksprache im Jazz, neuer Musik und freier Improvisation gefunden. Zusammenarbeit mit Achim Kaufmann, Hayden Chisholm, Jürgen Friedrich,

Uli Kempendorff, Richie Beirach, Dave Liebman, Johannes Enders u.v.a. Konzertreisen in Deutschland, Österreich, Belgien, Schweiz, Finnland, Tschechien, Großbritannien, Lettland, Frankreich, Portugal und den USA. 2016 wurde Robert mit dem Leipziger Jazznachwuchspreis der Marion-Ermer-Stiftung ausgezeichnet.

Eva Klesse, geboren 1986 in Werl (NRW), begann ihre schlagzeugerische Ausbildung mit 11 Jahren. Sie studierte das Fach Jazzschlagzeug an den Musikhochschulen Leipzig, Weimar und Paris, schloss 2013 ihr Studium mit zweifachem Diplom ab und unterbricht ihr Meisterklassestudium an der HMT Leipzig zur Zeit zugunsten eines USA-Studienaufenhalts, während dessen sie mithilfe eines Stipendium des DAAD an der New York University im Studiengang Jazz Performance eingeschrieben ist. Ihre wichtigsten Lehrer in den letzten Jahren waren und sind u.a. Heinrich Köbberling, Richie Beirach und Ari Hoenig.

Eva ist als Musikerin in zahlreichen Projekten tätig, aktuell u.a. in der Jorinde Jelen Band, im Trio No Kissing sowie im Eva Klesse Quartett, für welches sie auch als Komponistin wirkt. Konzertreisen führten sie u.a. in die USA, nach Frankreich und China.

2013 wurde Eva mit dem Leipziger Jazznachwuchspreis der Marion-Ermer-Stiftung ausgezeichnet.
2017 erhielt sie den renommierten Westfalen-Jazzpreis im Rahmen des Internationalen Jazzfestivals Münster verliehen.

Die Spielhaltung der Bandleaderin, die ihre Mannen durchaus auch mal kräftig nach vorne peitschen kann, wirkt sich auf das gesamte Quartett aus. Selten hat man junge Instrumentalisten so uneitel agieren gehört wie hier. Man lässt einander ungemein viel Platz und schert sich herzlich wenig um konventionelle Rollenverteilungen. Da schweigt das Gruppenoberhaupt am Anfang des Stücks „Sieben“ geschlagene anderthalb Minuten lang, während die anderen schon längst in voller Fahrt sind, da übernimmt der Bass selbstverständlich Themenaufgaben, da verkommen Soli nie zu lang andauernden Selbstdarstellungen, sondern werden durch Unisoni oder raschen Personalwechsel originell strukturiert. Dabei wirken die Kompositionen niemals verkopft oder bemüht kammermusikalisch, sondern steuern regelmäßig auf intensiv-zugängliche Mikro-Höhepunkte zu. Klesse hat zweifellos die perfekten Partner für ihre Philosophie gefunden: Der Deutschrusse Ring mit seinem Saxofon, das zwischen Jazztradition und osteuropäischen Einflüssen hin- und herschwenkt, Frischkorn mit seinem klassisch-romantischen Klavieransatz, Lucaciu mit seinen lautmalerischen Interventionen auf dem oftmals gestrichenen Bass. Gemeinsam setzt man den vielversprechenden Weg fort, der mit dem Debüt „Xenon“ unter anderem eine für deutsche Newcomer keineswegs selbstverständliche Einladung auf die Hauptbühne des Berliner Jazzfests nach sich zog.

Rondo über OBENLAND, 12/16

Beindruckend war auch der Auftritt der Schlagzeugerin Eva Klesse und ihrer Band. Die 30-jährige Musikerin bekam im Rahmen des Festivals für ihr hoch sensibles und sehr dynamisches Spiel und durch den sehr nuancenreichen und leicht zu identifizierbaren Gruppensound ihrer Band, den renommierten Westfalen-Jazzpreis verliehen.

Deutschlandradio Kultur über den Auftritt i.R.d. IJF Münster

Die aus Westfalen stammende Drummerin Eva Klesse trat mit ihrem hervorragenden Quartett als frisch gebackene Preisträgerin des „Westfalen-Jazz“-Preises auf, nahm mit langen organischen Bögen und schönen Melodien und neben ihrem eigenen, hochdynamischen Samtpfoten-Sound vor allem mit ungemein fein ineinandergreifendem Ensemble-Spiel gefangen.

Roland Spiegel, BR, über das  Konzert i.R.d. Internationalen Jazzfestivals Münster

Dank vieler interessanter Melodien und Harmonien ist der Jazz des Eva Klesse Quartetts für unterschiedliche Hörer attraktiv und doch weit vom Mainstream entfernt. Das muss man erst mal hinbekommen.

Norbert Krampf, FAZ 11/16

Den nachhaltigsten Eindruck jedoch hinterließ die mit dem Preis „Westfalen-Jazz 2017“ geehrte Schlagzeugerin Eva Klesse – Dienstagabend schon wieder in Starbesetzung im Domicil Dortmund zu hören. Mit wunderschön von Saxofonist Evgeny Ring und Pianist Philip Frischkorn erzählten Geschichten, die sie delikat in geradezu altmeisterlicher Raffinesse auf Cymbals und Toms untermalte. Eine reife Leistung auf Weltniveau!

WAZ  über den Auftritt i.R.d. Internationalen Jazzfestivals Münster

…was die Schlagzeugerin Eva Klesse und ihr Team entwickeln, (…) ist in sich reife, klug durchdachte und zugleich empathisch gespielte Musik.

Audio

Das Konzept funktionierte (…), auch und vor allem der exuzellenten Band wegen, die mit Schlagzeugerin Eva Klesse vielleicht die beste Solistin dieser Tage in ihren Reihen hatte.

Mitteldeutsche Zeitung, Ulrich Steinmetzger

Das ist nicht einfach noch eine junge Band, das ist ein vom ersten bis zum letzten Ton ausgewogenes Reifezeugnis, das staunen lässt und Lust auf immer mehr macht. Alles fließt ausgewogen, eifert nicht dabei, sondern hat eine Reife, die an Cool Jazz denken lassen könnte, würden nicht so viele verblüffende Wendungen die Ereignisse durchziehen. Wundervolle Melodien werden immer wieder und immer anders aufgeraut in diesem Leipziger Quartett.Eva Klesse ist eine vom Schlagzeug aus dezent lenkende Leaderin, Pianist Philip Frischkorn kommt von der klassischen Romantik, Saxofonist Evgeny Ring von der Jazzbasis, Bassist Robert Lucaciu ist einmal mehr Mittler zwischen freier Improvisation und swingendem Vorangehen. In der Summe gibt das betörende Musik, wunderschön und ohne Kitschverdacht – ein erstaunliches Debüt.

Ulrich Steinmetzger über XENON, LVZ 11/2014