Other Animal

Other Animal

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PETER MEYER    guitar, electronics

BERNHARD MEYER    bass

WANJA SLAVIN   alto saxophone,

clarinet, flute, synthesizer

JIM BLACK   drums

 

„Based on post avantgarde NY-Berlin Jazz this music will go and grow everywhere else.“

Das jüngste Projekt von Bernhard und Peter Meyer, die als Komponisten und Produzenten die Schlüsselrollen im Quartett einnehmen, vereint Persönlichkeiten aus Berlin und New York, die perfekt miteinander harmonieren und sich gegenseitig beflügeln. Die Brüder Meyer kennt man vor allem aus dem gefeierten Melt Trio. Seit Jahren tragen sie mit ihrer eigenständigen Musik und ihrer differenzierten Stilistik auf Halbresonanz-Bass und E-Gitarre einen großen Teil zum spezifischen Jazz-Sound Berlins bei. Abseits ausgetretener Wege fusionieren sie Elemente aus improvisierter und Neuer Musik, Independent-Rock und Ambient und zeigen, wie Jazz in Gegenwart und Zukunft klingen kann.

 Schon früher haben die Meyer-Brüder auch mit Jim Black gearbeitet, und parallel zu diesen Sessions hatten sie eine Kooperation mit Wanja Slavin initiiert. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die preisgekrönten Individualisten zu einem Quartett vereinen würden. Im November 2016 ging die Band ins legendäre Funkhaus-Studio im Osten Berlins. Die Takes gelangen so perfekt, dass keine Gedanken an Schnitte aufkamen. Ergänzt wurden sie lediglich von einigen Overdubs, etwa Gitarren-Schichten und elektronische Effekte von Peter, Querflöte oder Synthesizer von Wanja, um dem Klangbild punktuell mehr Tiefe zu geben.  

 Von einer Ausnahme abgesehen, haben Bernhard und Peter Meyer sämtliche Stücke auf Other Animal speziell für dieses Quartett geschrieben. „Wir wollten den Musikern etwas geben, bei dem sie ihre Magie am besten entfalten können. Jim verfügt über eine enorme Vielfalt an Grooves, also haben wir natürlich auch damit gearbeitet.“ Entsprechend unterschiedlich sind die Tempi der Stücke, sie reichen von fast nordisch anmutender Ruhe bis zu Crescendi in großstädtischer Rasanz. Blacks intuitives, freies und dabei sehr pointiertes Spiel mit dynamischen und druckvollen Einsätzen zeigt auch ein ausgeprägtes Gespür für Sounds. Was wiederum perfekt mit dem Klangbewusstsein der Brüder Meyer harmoniert, ihren Spannungs- und Energiebögen aus transparent-luftigen und kraftvoll verdichteten Passagen. Wanja Slavin bringt eine mal fragile, mal raue Schönheit mit in die Band. Inspiriert von der revolutionären Expressivität John Coltranes und Ornette Colemans, weiß Slavin mit feinnervigen und entschlossen zupackenden Tönen zu fesseln; manche Facetten seines Spiels lassen auch an Einflüsse aus Neuer und elektronischer Musik denken. Wie Gitarrist Meyer denkt auch Slavin bei seinen nuancierten Saxophon-Soli klar erkennbar in Strukturen und Texturen. Beiden geht es um atmosphärische, detailscharfe Soundscapes statt des traditionellen „schneller, höher, weiter“-Wettkampfs. So verzahnen sie sich, nicht nur in parallelen Läufen, wie ein Reißverschluss. Oder erscheinen wie ein Baum, dessen Triebe in verschiedene Richtungen sprießen. 

Eine Konstante bei Other Animal ist die kompositorische Modernität der beiden Meyers, die sich an den eigenen Hörgewohnheiten orientiert. Die beiden Anfang-Dreißiger sind eben nicht nur vom Klang bestimmter Jazz-Größen wie Bill Frisell, Keith Jarrett (speziell die Quartette mit Haden, Motian, Redman oder Garbarek), Marc Ribot und Terje Rypdal, sondern auch von Rock-Vordenkern wie Radiohead, James Blake und The Notwist beeinflusst. Exemplarisch nennen sie ihr Stück Nongeniality. Eine Melodie, die von Charlie Parker stammen könnte, die aber durch den Indie-Rock-Filter gedreht und gewendet wird. Mindestens ebenso wichtig wie melodische Themen und Soli ist ihnen die Form der Songs, halten die Brüder Meyer fest. Damit gemeint sind Abläufe, Spannungsbögen und Rollenverteilung. Unter diesen Aspekten werden McCoy Tyner und Brad Mehldau für Peter Meyer ebenso zu Inspirationsquellen wie Weather Report und Grizzly Bear.

 Über allem steht die von der Band formulierte Devise, was das beste für die Musik ist. Bewusst und intuitiv zu spielen, unwichtiges wegzulassen, über Eitelkeiten und Selbstdarstellung zu stehen. Der Titel Other Animal steht für das Unbekannte und Neue, erklären Bernhard und Peter Meyer. 

Eine Band ist ein Organismus, der atmet und pulsiert, der kommunizieren und am Leben gehalten werden will. Um dann durch immer wieder andere Bewegungen, Klangfarben und Entwicklungen zu verblüffen. In diesem Sinn ist Other Animal eine ganz besondere, charismatische Spezies. 

Das erste Album von Other Animal erschien im Januar 2018 bei Traumton Records.

Peter Meyer

“Es gibt wohl kaum einen vergleichbaren Gitarristen in Deutschland, der so vielseitig orientiert ist und so schöpferisch arbeitet wie Peter Meyer“, schreibt das Musikmagazin Sound and Image. Die Jazzthetik bezeichnet ihn als „Meister der Sounds“.

Seit 2004 lebt der Gitarrist und Komponist Peter Meyer in Berlin, wo er bei Kurt Rosenwinkel am Jazz Institut Musik studierte. Mit seinem Ansatz, sämtliche Einflüsse aus Jazz-Improvisation, experminentellen Klängen, Prog- und Indierock, Elektronik und Neuer Musik zu verschnmelzen, hat er eine eigene Stimme entwickelt, die zu den wichtigsten einer neuen Musikergeneration zählt. Neben seinen eigenen Projekten spielt Peter Meyer u.a. in den Bands von Johanna Borchert, Lea W. Frey, Dan Freeman und Carlos Bica. Er wurde zweimal für den Echo Jazz nominiert. 

Bernhard Meyer

Der Bassist Bernhard Meyer lebt seit 2003 in Berlin und ist dort über die letzten Jahre zu einem wichtigen Bestandteil der jungen Jazzszene geworden mit seinem markanten Sound auf dem halbakustischen E-Bass. Seine Band „Melt Trio“ wurde für die Alben „Melt“, „Hymnolia“ & „Stroy“ von der Presse in höchsten Tönen gelobt und dreimal für den Echo Jazz nominiert. Bernhard Meyer hat ein Masterstudium für Komposition bei John Hollenbeck am Jazzinstitut Berlin absolviert. Er spielt(e) u.a. in den Projekten John Hollenbeck`s „DrumsBassBassBassDrums“, Kurt Rosenwinkel`s „E.Coli“, Eric Schäfer`s „The Shredzs“, Claudio Puntin`s „Sepiasonic“ und ist zudem ein langjähriger Bestandteil der Band um die Sängerin Lea W Frey. 2016 ist eine Duo Aufnahme mit John Hollenbeck entstanden und für Wanja Slavin`s „Lotus Eaters“ nahm er an der Seite von Nasheet Waits auf. „Murmuration“ ist sein neues Projekt als alleiniger Bandleader.

Der Saxophonist, 1982 in Freiburg geboren und seit 2005 in Berlin zuhause, erhielt 2014 für das mit Petter Eldh und Christian Lillinger aufgenommene Album Starlight einen Jazz-Echo. Zuletzt sorgte Slavin im Quartett Amok Amor (Eldh, Lillinger, Peter Evans) für Aufmerksamkeit, unter anderem beim Moers Festival 2016, London Jazz Festival und Jazzdor Straßburg. Darüber hinaus spielte er mit Kenny Wheeler, Médéric Collignon, John Schröder, Joachim Kühn, Alexander von Schlippenbach u.a.

1967 in Seattle geboren, hat Black am Berklee College studiert, zog dann nach New York und bereicherte seitdem viele Projekte mit seinem markanten Spiel. In eigenen Formationen wie dem Postrock-Jazz-Quartett AlasNoAxis u.a. mit Chris Speed, der Richtung Balkan blickende Band Pachora sowie Human Feel mit Speed, Kurt Rosenwinkel und Andrew D’Angelo. Darüber hinaus spielte Black je eine Handvoll Alben an der Seite von Dave Douglas und Uri Caine ein, außerdem bei BBC mit Tim Berne und Nels Cline, mit Dave Liebman, Steve Coleman, Laurie Anderson und vielen mehr.

Das Album schillert in vielen Farben, zeigt sich von vielen Welten und Stilen angeregt, ist kraftvoll und direkt, dabei immer filigran und akustisch. 

-Jazzthing 03/18-

Explorativ, aufregend und frisch … facettenreiche und tiefgründige Improvisationsmusik… 

-Jazzpodium 03/18-

Diese Musik ist provokant, fordernd, besitzt Tiefgang und Ausdrucksdichte. Sie ist mal kantig, unbequem und unkonventionell, widerlegt mit überzeugendem Gestus sämtliche im Jazz vorherrschenden Dogmen und ist dennoch von schmeichelnder und verführerischer Kraft und Schönheit..

-JazzPodium-

Vergleichen lässt sich diese Musik nicht, lediglich Ahnungen schwirren beim Anhören durch den Kopf, lassen in einem sich ständig verändernden Klangkaleidoskop exemplarisch Enos Melancholie, Frisells Saitenkunst, Mahavishnus Power, Rypdals Kühle und Nirvanas Unangepasstheit routieren und zusammensetzen.

– Jazzthing 2011-

Zwischen Genie und Wahnsinn. Die Zukunft des deutschen Jazz.

-Süddeutsche Zeitung-

…with sinuous melodies that are eminently accessible, but which are given just the right amount of unpredictability through the band’s rhythmic diversity and strong emotional arcs. 

-All About Jazz-

…Sometimes thinly polished, sometimes strenuous and unyielding, Other Animal creates interesting and variegated soundscapes dipped in the independent rock genre. 

-Jazztrail-

This Band is an organism, which breathes and pulsates. Playing consciously and intuitively, leaving out the irrelevant Other Animal amazes with different motions, timbres and developments again and again. 

-Downbeat Magazine 02/18-

Other Animal´s eponymous debut album, on the Traumton label, traverses turf both familiar and fresh. A core progressive jazz-rock element, carried over from Melt Trio, is further colored by abstract-free-improv sections within the Meyers´custom-tailored compositions. One hallmark of the Other Animal album is the unpredictability and license to creatively wander within the scored material. Structured components often peel away and new ambient free zones appear, sometimes returning to the head, sometimes not. The 12 tracks on Other Animal cover a diverse range of stylistic and emotional terrain, from the quirky groove-driven tracks to itrospective ECM-ish numbers.

Josef Woodard, Downbeat Magazine