Torun Eriksen

Torun Eriksen

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Torun Eriksen      vocals

David Wallumrød    keys

Kjetil Dalland    bass /guitar

Andreas Bye      drums

Torun Eriksen, die „Stimme, so glasklar und rein wie ein norwegischer Gebirgsbach“ (Jazzthing 09/16) meldet sich zurück: einerseits vertraut in dieser unverwechselbaren, berückenden Mischung aus Zartheit und Bestimmtheit, anderseits doch neu im Klang. Drei Jahre vergingen seit der Veröffentlichung von „Visits“ 2013, einem reinen Cover-Album, Zeit, die „Grand White Silk“, das im Herbst 2016 bei Jazzland Recordings erschienene neue Album hat reifen lassen in all seiner Komplexität und Vielfalt.

Es ist das fünfte und ambitionierteste Album der Norwegerin. Zum ersten Mal hat sie ein Album selbst produziert und arrangiert, gemeinsam mit ihrem langjährigen musikalischen Weggefährten, Bassist Kjetil Dalland.
Während der Entwicklung der Stücke und ihrer Aufnahme beschlossen sie, mutig zu sein, die Dinge nach vorn laufen zu lassen, für sich neues Terrain zu betreten – und heraus kam ein Album, welches die organischen akustischen Landschaften der früheren Alben mit elektronischen Elementen verbindet und eine verblüffende stilistische Bandbreite aufweist, ohne dabei ziellos oder beliebig zu wirken.
Atmosphärische Jazz-Balladen sind genauso vertreten wie experimentierfreudige Popsongs und Gospel-Sing-Alongs.
Doch immer noch bildet die Stimme Toruns das markante Zentrum des musikalischen Geschehens, immer noch sind die ehrlichen, klugen und teils wirklich ergreifenden Texte die Seele der Stücke. Liebe, Scham und Selbstzufriedenheit, physische, emotionale und elektronische Verbindungen – Torun Eriksen kontrastiert auf dem neuen Album lyrisch Licht und Schatten, stellt universelle Weisheiten neben Alltagsbeobachtungen.

Unterstützt wird sie neben Kjetil Dalland (Bass, Gitarren, programming) durch Drummer/ Perkussionist Andreas Bye und Keyboarder David Wallumrod – auch er ist seit ihrem Debut im Jahre 2003 ein treuer Begleiter. Zusammen erzeugen sie einen vielschichtigen, Genre-sprengenden Klang. Aufmerksam umranken diese drei Klangkünstler Toruns Texte, avantgardistisch, und doch stets zurückhaltend und songdienlich.

„Grand White Silk“ setzt einen neuen Maßstab in einer bereits beeindruckenden Karriere und bereitete mit seiner erfolgreichen Wieder-Zusammenarbeit von Torun und Kjetil gleichzeitig den Boden für den nächsten Schritt: ein Duo-Album, welches im April 2018 bei Jazzland erscheinen wird.
Die Spannung und Vorfreude könnte kaum größer sein.

Torun sang seit frühester Kindheit in verschiedenen Gospelchören und entwickelte so ihre Fähigkeiten als Sängerin und Solistin. In ihrer Heimatstadt Skien wurde sie in der High School an den Jazz und das Songschreiben herangeführt. 1998 zog sie nach Oslo und schrieb sich am Norwegischen Institut für Bühne und Studio (NISS) ein. Zu diesem Zeitpunkt begann sie ihre Zusammenarbeit mit dem Bassisten Kjetil Dalland. Bugge Wesseltoft bot ihr nach der zufälligen Entdeckung eines ihrer Songs an, ein Album auf seinem Label Jazzland Recordings zu veröffentlichen: „Glittercard“, Toruns Debutalbum, erschien 2003. Es folgte 2006 die Veröffentlichung von „Prayers and Observations“ – ebenfalls von Wesseltoft produziert – , und 2010 die von „Passage“ (Emarcy Records). Nach dem Erscheinen des Cover-Albums „Visits“ (Emarcy Records) im Jahre 2013 kehrte Torun mit „Grand White Silk“ (2016) zu Jazzland Recordings zurück.
Toruns Musik wurde auch für Kammerorchester, große Bands und Chöre arrangiert. 2007 begann eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Jazzchor Freiburg, welche in Auftritten in Japan, Korea, Deutschland und Frankreich mündete. Seit zwei Jahren tourt Torun außerdem mit der deutschen Jazzgitarristin Susan Weinert, und im Rahmen des WDR Jazzfests 2016 schlug die Geburtsstunde des Duos mit Julia Hülsmann, deren vertonte Shakespeare-Sonette das Herz des Duo-Programms darstellen.

 

Erlebbare Philosophien ohne kühlen Intellektualismus, perfekte Phrasierungen und eine durchaus sinnliche vokale und instrumentale Performance lassen die Songs wie Edelsteine funkeln. Jeder Song ist ein Unikat, eine schimmernde Preziose.

Jazzpodium 09/16

Eine Stimme, so glasklar und rein wie ein norwegischer Gebirgsbach: Torun Eriksen braucht kein Vibrato und keine Gimmicks, um zu beeindrucken. Auch auf ihrem fünften Album, selbst produziert mit dem langjährigen Weggefährten Kjetil Dalland, ändert die 39-Jährige wenig am Erfolgsrezept. Das Tempo ist überwiegend getragen, dennoch singt die Norwegerin nicht einfach nur Jazz-Balladen. Ihre übereinandergeschichteten Vocals in „Downhill“ erinnern an zeitgenössische R&B-Sounds, gleichwohl gebrochen durch die avantgardistischen Keyboard- und Gitarrensounds eines Trios. Ähnlich experimentell ist das Björk-hafte „Right Here“. Wunderbar optimistisch: „I´ve Been Thinking“, das Eriksens Wurzeln als Gospelsängerin aufzeigt. Überragend sind die minimalistischen „Winter Today“ und „Darkness“, nur begleitet von Dallands Saitenkünsten. Skandinavische Melancholie, reduziert auf die absolute Essenz.

   Jazzthing 09/16

(…) ihre Stücke beginnen, ganz auf Torun Eriksens Art, überwiegend fast unspektakulär, beinahe leise. Doch nach und nach entwickeln sich daraus komplexe Soundlandschaften, voll mit unterschiedlichsten, aber immer songdienlichen Klängen, von experimentell bis klassisch. Durch diese universelle Reichhaltigkeit streicht Eriksens herausragende zarte Stimme und hält so die vielschichtigen Stimmungen, auch mit ihren eindringlichen Texten, auf höchstem Niveau zusammen. (…) versteht es dieses Quintett, (…) eine wunderbare Balance zu halten, nie zu exzessiv, aber auch nie zu melancholisch aufzutreten. Genau dieser Spagat gelingt hier und macht Torun Eriksens neues Album zu einem intensiven, klaren und charmanten Hörerlebnis.

Jazzthetik 09/16

Reduziert, beinahe spröde wirkte ihr Jazzpop, ergänzt von einer beeindruckenden Stimme, die alles andere als süß swingt und dennoch Wärme zaubert. (…) auf „Grand White Silk“ überrascht die 39-jährige mit einer Neuausrichtung in Sachen Jazz und paart elektronische Sounds, Synthesizer und Rhodes Piano mit klassischem Instrumentarium. (…) dabei navigiert ihre Stimme souverän durch elektronisch gefärbte Klanglandschaften, ankert mal zuversichtlich im Jazz oder nimmt mit Soul und gar Gospel an Fahrt auf.

   Neue Osnabrücker Zeitung 09/2016