Theo Bleckmann

THEO BLECKMANN TRIO

Theo Bleckmann   voice

Shai Maestro   piano

Ben Monder   guitar

TheoBleckmann

HELLO EARTH! – The Music Of Kate Bush

Theo Bleckmann   voice

Caleb Burhans   viola, guitar, laptop

Henry Hey   keyboard

Skull Sverrisson   bass

John Hollenbeck   percussion

„He has taken vocalese into the 21st century.“

Martin Johnson, Wall Street Journal

Theo Bleckmann ist nicht nur ein Sänger von seltener Reinheit und Kühnheit des Stils, sondern auch ein Klangmaler, der erschafft, was das Magazin JazzTimes treffend als „leuchtende Bahnen“ in der Musik beschrieben hat. Der in Deutschland geborene Wahl-New Yorker gab 2017 – nachdem er schon auf zwei ECM-Alben von Meredith Monk und einem von Julia Hülsmann zu hören war – mit Elegy sein bemerkenswertes Debüt als Leader für das Label. Das Album präsentiert Bleckmann gleichermaßen als Komponisten wie als Sänger, mit mehreren Instrumentalstücken, die von seiner „Ambient-Band“ (wie er sie nennt) mit seinem Seelenverwandten, dem Gitarristen Ben Monder, dem Keyboarder Shai Maestro und dem subtil agierenden Rhythmusgespann aus Chris Tordini und John Hollenbeck mit Leben erfüllt werden.

Zu den Highlights zählen Bleckmanns sublime Fassung von Stephen Sondheims „Comedy Tonight“ („tragedy tomorrow….comedy tonight“) genauso wie die wohlklingende Vokalise “Elegy“ und das fast schon schmerzhaft poetische “To Be Shown to Monks at a Certain Temple”.

Dieses Album heißt aus gutem Grund Elegy – jedes seiner Lieder bezieht sich auf existenzielle Weise auf Tod oder Transzendenz“, erklärt Bleckmann. „Einige der Stücke sind instrumental, zum Beispiel „Cortege“, ein Trauermarsch. In dem Song „Take My Life“ stelle ich mir vor, wie es wäre, zu sterben und nach und nach alle Fähigkeit zu verlieren: die eigene Stimme zu verlieren, den eigenen Herzschlag, den eigenen Atem. Ich schrieb das Stück, als ich über Bach und seine Kantaten nachdachte, vor allem einer Kantate names „Ich habe genug“, in der es darum geht freudig ins Jenseits zu gehen. Für dieses Album wollte ich Songs kreieren, die dieses Thema nicht auf morbide Art und Weise verarbeiten, sondern mit etwas Licht.

Der Gesamtklang und Tenor von Elegy – schwebend und dennoch substanziell, ernste Gefühle reflektierend, aber mit der Leichtigkeit einer Berührung – reflektiert Bleckmanns Gedanken über die Unvermeidbarkeit des Lebenszyklus und die Erhabenheit der Endlichkeit unseres Lebens. 

Bleckmann und seine Band nahmen Elegy in den Avatar Studios von New York City gemeinsam mit Produzent Manfred Eicher auf, der mithalf das Album zu gestalten. „Elegy“ erschien 2017 bei ECM.

stern_gr

Die Kunst Theo Bleckmanns beschreibend, erklärt der Chicago Reader, er sei „eine der flexibelsten und am wenigsten kategorisierbaren Figuren der New Yorker Szene“. Seit Mitte der 90er Jahre bewegt er sich in einer von ihm selbst eingerichteten Nische, irgendwo zwischen Jazz, Kabarett, klassischer, experimenteller und improvisierter Musik. (…) Es ist unglaublich selten, dass ein Sänger das Potenzial der Stimme so vollkommen ausschöpft. „

Bleckmanns erstes Erscheinen im Jazz-Kontext für ECM war auf dem 2015 erschienenen Album „A Clear Midnight – Kurt Weill and America“ ​​der Pianistin Julia Hülsmann, das The Guardian „eine der großartigen Jazz-Bearbeitungen der Lieder von Kurt Weill“ nannte, Bleckmanns vokale „Eloquenz“ hervorhebend. Zuvor trat er als Mitglied des Meredith Monk Ensemble auf den Alben Mercy (2002) und Impermanence (2007) in Erscheinung.

Seit 1989 lebt Bleckmann in New York, wo unter anderem die Jazz-Sängerin Sheila Jordan zu seinen frühen Vorbildern zählt. Er hat alles von Songs von Charles Ives und Kate Bush bis hin zu Las Vegas-Standards und Shakespeare-Sonetten gesungen und mit Figuren von Laurie Anderson bis John Zorn zusammengearbeitet.

Nachdem Theo Bleckmann sich mit dem amerikanischen Außenseiter-Komponisten Charles Ives beschäftigte und dafür mit einer Grammy-Nominierung bedacht wurde, wendete er sich 2012 dem mysteriösen Songbook der britischen Pop-Einsiedlerin Kate Bush zu.

Dieses Projekt geht über eine bloße Nachinterpretation weit hinaus und führt ihre Musik in andere Klang- und Interpretationswelten. Bushs Werk umgibt tatsächlich ein Mysterium und ist in seiner Art oft rätselhaft: ungewohnte Liedformen, orakelhafte Texte und überraschende Rhythmus- und Harmoniewechsel sind nicht charakteristisch für die Popmusik, was es für Bleckmanns unverwechselbare und interpretationsfreudigen Ideen und sein Interesse am Ungewöhnlichen aber gerade so prädestiniert macht. Auch wenn Bush fast jedem bekannt ist, muß man gerechterweise sagen, dass ihre Musik nicht die übliche Junge-trifft-Mädchen/Junge-verliert-Mädchen-Geschichte ist. Ihre Verwendung britischer und irischer Mythen, ihre Anspielungen auf Psychologie, Literatur und Film, ihre akribisch facettenreichen Produktionen sowie ihre markant hohe Stimme machen es anderen Künstlern schwer und zu einer echten Herausforderung, ihr eigenwilliges Oeuvre zu interpretieren.

Bleckmann hörte Bush zum ersten Mal als Teenager und war sofort fasziniert… „Ihre Musik hat das, was ich in der Kunst liebe: Du fühlst Dich augenblicklich mit dem Universum von jemandem verbunden, ohne genau zu wissen warum, aber verstehst es einfach in deinem Herzen.“ Viele Teenager-Popstars kamen und gingen, aber Kate Bushs Musik blieb in Bleckmanns Leben. „Ihre Lieder und Platten wurden niemals überflüssig – ich begreife jetzt, dass ihr Stil Klänge, Worte und Musik zu verschmelzen, einer der wesentlichen Einflüsse für meine Live-Electronic-Looping-Ästhetik ist.“

»Hello Earth!« ist eine Reise in die Welt von Kate Bush durch Bleckmanns Stimme und interpretatorische Vision – er behandelt ihre Musik ohne Unterschied zu der von Charles Ives, Thelonious Monk, George Gershwin, Guillaume de Machaut, Joni Mitchell oder eines jeden anderen: mit Liebe, Respekt und einer nie versiegenden Neugier für neue Möglichkeiten.

– Nate Chinen, The New York Times

 

‘Elegy’ ist Klangsphären entfernt vom Mainstream und trotzdem nicht abgehoben. Die Musik funktioniert nicht nebenbei. Es geht um Leben und Tod  eines jeden Klangs.

-Johannes Schmitz, Fono Forum-

Vocalist and composer Theo Bleckmann has been a leader or collaborator on some of the most interesting jazz and new-music projects of the past 25 years. He has clear, crisp diction and can render a lyric poignant during a straightforward reading, but Mr. Bleckmann is unusually tech savvy and often uses delays and other effects to create an ethereal dreamscape. He has taken vocalese into the 21st century. […] ‘Elegy’ is an unusual recording for a performer known for his vocals, as they are not at the center of each tune. Some are instrumentals, and on others Mr. Bleckmann contributes elegant scatting to the work of his stellar band […] Today’s jazz is often as much about texture as it is about virtuosity, but in Mr. Bleckmann’s music it’s about both.

-Martin Johnson, Wall Street Journal-

Bleckmann surrounds himself with longtime collaborators Ben Monder on electric guitar and John Hollenbeck on drums, as well two ECM initiates in pianist Shai Maestro and bassist Chris Tordini. Of the 11 songs here, only four contain lyrics, the rest are showcases for Bleckmann’s considerable improvisational gifts and elegant technique. […] it reveals Bleckmann’s creative authority as he searches the limits of both sound and silence for an expression that utters its own name. The album is a gentle wonder; it bodes well for an enduring relationship between artist and label.

-Thom Jurek, All Music-

 The set builds from minuscule beginnings in fine pianist Shai Maestro’s soft chords and restrained flutters in the voiceless opener, through the pared-down Sondheim, and into the ghostly-chorister ascents of ‘Fields’, as Monder’s warm guitar emerges […] Bleckmann’s subjects are mortality and hope, but his lightness of touch and the band’s independence (several pieces are instrumentals) ensure that startling music-making is the overarching theme.

-John Fordham, The Guardian- 

Its underlying concept may be a dark one and there is, to be sure, plenty of introspective, existential-leaning music on ‘Elegy’; but, at the same time, Bleckmann and his empathically connected quartet also manage to deliver no shortage of beauty. Even with lyrics as final as ‘Take My Life’—‘Let me exhale once more and I’ll be mute forever / May there be no heaven’s gate / No other God than silence’—there’s a certain buoyant joy to the music, with Monder taking a rare solo that’s tonally connected to King Crimson’s Robert Fripp but harmonically all his own and filled with an abundance of head-scratching techniques, all driven, with frenetic energy, by Maestro, Tordini and Hollenbeck.

-John Kelman, All About Jazz-

As the title implies, his leader debut for ECM is a set of self-composed reflections on death and transcendence, but it’s nothing like as dark or morbid as that suggests. With a front-rank group that includes guitarist Ben Monder, pianist Shai Maestro, bassist Chris Tordini and drummer John Hollenbeck, Bleckmann spins an ethereal web of sound that hovers on the brink of ambience – wistful, hopeful sounds that ebb and flow like wind through a graveyard.

-Cormac Larkin, The Irish Times-